Honig - die Speise der Götter

Seit mindestens 10.000 Jahren dient Honig dem Menschen als wertvolles Nahrungsmittel. Im Ayurveda ist er seit über 5000 Jahren bekannt und wird als sogenanntes Rasayana geschätzt, also als Mittel, das verjüngend und stärkend auf den Organismus wirkt.

Honig war lange Zeit das einzige süße Lebensmittel und galt daher als besondere Kostbarkeit. Bis heute überzeugt er nicht nur durch seinen Geschmack, sondern auch durch seine Fähigkeit, den Körper schnell mit Energie zu versorgen. Die enthaltenen Zucker können leicht aufgenommen und direkt verwertet werden.

Zusammensetzung und Eigenschaften

Auch wenn Honig eine Vielzahl natürlicher Inhaltsstoffe enthält, besteht er zu etwa 80 Prozent aus Zucker. Typisch sind vor allem Fructose und Glucose sowie kleinere Anteile an Mehrfachzuckern, Wasser, Enzymen, Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen.

Das Verhältnis von Fructose und Glucose bestimmt die Konsistenz des Honigs. Ein höherer Glucoseanteil führt zu einer cremigen bis festen Struktur, während ein höherer Fructoseanteil den Honig eher flüssig macht.

Heilwirkung im Ayurveda

Im Ayurveda wird Honig nicht nur als Nahrungsmittel, sondern auch als Heilmittel eingesetzt. Seine Wirkung beruht unter anderem auf antibakteriellen und antioxidativen Eigenschaften.

Bereits im unreifen Honig entstehen kleine Mengen Wasserstoffperoxid, die eine stark antibakterielle Wirkung entfalten können. Darüber hinaus enthalten Honigsorten wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe wie Polyphenole und Flavonoide, die den Organismus zusätzlich unterstützen.

Wichtiger Hinweis zur Anwendung

Im Ayurveda gilt, dass Honig nicht über 40 Grad Celsius erhitzt werden sollte. Bei höheren Temperaturen gehen wertvolle Enzyme verloren und es können unerwünschte Stoffe entstehen. Außerdem wird erhitzter Honig mit der Bildung von Ama in Verbindung gebracht, also mit unverdaulichen Stoffwechselrückständen.

Deshalb sollte Honig weder zum Kochen noch zum Backen verwendet werden. Auch bei Getränken ist es sinnvoll, diese zunächst etwas abkühlen zu lassen, bevor Honig hinzugefügt wird.

Wirkung auf die Doshas

Honig wird im Ayurveda als besonders ausgleichend beschrieben. Er harmonisiert alle Doshas, reduziert insbesondere Kapha und regt das Verdauungsfeuer an. Gleichzeitig wirkt er aktivierend, reinigend und unterstützend für den gesamten Organismus.

Darüber hinaus kann Honig die Wirkung von Kräutern und anderen Substanzen verstärken und wird häufig als Trägersubstanz eingesetzt.

Die Bedeutung von Sorte und Alter

Die Wirkung von Honig hängt stark von seiner Sorte und seinem Alter ab. Dunkle und kräftige Honigsorten gelten als besonders bekömmlich, nährend und Kapha reduzierend. Helle und mildere Sorten wirken vor allem ausgleichend auf Vata und Pitta.

Auch die Lagerung spielt eine Rolle. Im Ayurveda wird empfohlen, Honig über längere Zeit ruhen zu lassen, da sich seine Eigenschaften mit der Zeit verändern. Während frischer Honig eher aufbauend wirkt, wird älterer Honig fester und stärker in seiner reinigenden und stoffwechselanregenden Wirkung.

Anwendung im Alltag

Je nach Ziel kann Honig unterschiedlich eingesetzt werden. Zur Stärkung und Regeneration eignet sich zum Beispiel warme Milch mit etwas Honig und beruhigenden Kräutern. Für eine reinigende Wirkung kann Honig mit warmem Wasser und bestimmten Gewürzen kombiniert werden.

Zum Schluss

Auch wenn Honig viele positive Eigenschaften besitzt, sollte er bewusst und in Maßen verwendet werden.

Wie schon Paracelsus sagte:
„Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift. Allein die Dosis macht’s, dass ein Ding kein Gift sei.“